Ausgangssituation
Im Rahmen der Erstkonsolidierung eines erworbenen Unternehmens oder von Zusammenschlüssen ist nach internationalen Rechnungslegungsstandards (HGB, IFRS, US-GAAP) eine Kaufpreisallokation durchzuführen. Infolgedessen sind zunächst sämtliche bilanzierungsfähigen Vermögenswerte und Schulden – unabhängig von deren bisheriger bilanziellen Behandlung – zu identifizieren sowie zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten. Im Anschluss wird der Unterschiedsbetrag zwischen Kaufpreis und neubewertetem Eigenkapital ermittelt und in der Bilanz als Geschäfts- oder Firmenwert aktiviert bzw. als Unterschiedsbetrag aus der Kapitalkonsolidierung passiviert.
- Ein deutsch-chinesisches Joint Venture wurde von zwei Automobilzulieferern mittels Anteilstausch gegründet, um eine Top-2 Position auf dem Weltmarkt einzunehmen
- Mandant ist das deutsche Mutterunternehmen, welches eine quotale Konsolidierung der JV-Anteile anstrebt
- Im Rahmen der Anteilstauschverhandlungen wurde eine zusätzliche Kaufpreiszahlung der chinesischen Seite für die zu tauschenden Anteile der deutschen Seite vereinbart
Herausforderungen
- Sprachliche und kulturelle Barrieren
- Die Erstellung der PPA erfolgt mit Zeitverzug zum Anteilstausch – bei der Bewertung ist zwischen wertaufhellenden und wertbegründenden Erkenntnissen seit Bewertungsstichtag zu differenzieren
- Negative Marktentwicklung führt zu wesentlichen Plan-Ist-Abweichungen
- Uneinheitliche Datenerfassungssysteme bieten wenig Grundlage zur Vergleichbarkeit und erschweren somit die Auswertung von Datensätzen
Lösung
- Anpassung der Planungsrechnung um wertaufhellende Erkenntnisse
- Aus rein bilanzieller Behandlung der Transaktion übersteigt die Neubewertung der erhaltenen Anteile die um die Kaufpreiszahlung geminderten Buchwerte der abgegebenen Anteile
- Die Aufdeckung dieses Überhangs stiller Reserven führt zu einem negativen Unterschiedsbetrag – und somit zu einer Eigenkapitalstärkung für unseren Kunden








